Persönlichkeiten


Cochläus als „Mensch und Idealist im Zwiespalt seiner zeitnahen Konflikte“

Was heute so gut wie vergessen sei, so Manfred Horndasch, ist das Engagement des Johannes Cochläus als Schulmann und Schulreformer. Er ist der Autor damals neuartiger Schulbücher für die Fächer Erdkunde, Mathematik und Musik, der erste Verfasser einer „altersgerechten“ Schulgrammatik für Latein und als bestes Zeichen seines Erfolgs als Pädagoge sowie ungewöhnlich für seine Zeit wurden seine Bücher mehrmals nachgedruckt. Als Schulrektor in Nürnberg schuf er zudem auch die Grundlagen mit, weshalb Nürnberg damals für seine „Dichterschule“ über Deutschland hinaus bekannt war.
So idealistisch Cochläus handelte, so kritisch war er zugleich, wie Horndasch den späteren Reformationskonflikt mit Zitaten aus dem Buch schilderte. Diese Zwiespältigkeit zeige sich darin, dass er Luthers Kritik am zu weltlichen Leben und Gebaren der damaligen geistlichen Würdenträger beipflichtete, aber in Entscheidungssituationen trotzdem immer für den Papst und die katholische Kirche votierte. Den passenden Abschluss fand Landrat Herbert Eckstein als er der Gemeinde dazu gratulierte, mit dem Buch eine wichtige Lücke in der Heimatgeschichte geschlossen zu haben und verglich das Engagement der beteiligten Helfer mit dem positiven Idealismus, wie ihn vor 500 Jahren schon Johannes Dobeneck, genannt „Cochläus“ vorgelebt habe.
Das Buch „Johannes Cochlaeus aus Wendelstein - Ein Humanistenleben in der Herausforderung seiner Zeit“ von Monique Samuel-Scheyder ist in der Reihe „Mariawalder Mittelalter-Studien“ als Band 2 beim Bernardus-Verlag in Mainz erschienen, zum Preis von 14,90 € ist es in Wendelstein an der Kasse im Neuen Rathaus, Schwabacher Straße, und in der Gemeindebücherei in der Marktstraße erhältlich. Am Wendelsteiner Weihnachtsmarkt am 5/6. Dezember ist das Buch zudem beim Heimatverein am Stand erhältlich.
 


Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Werner Langhans mit den beiden „Geburtshelfern“ für das neue Cochläus-Buch Irene Rotter und Manfred Horndasch vor einem gemalten Porträt des Johannes Cochläus im Hintergrund an der Wand des Rathaussaals