Museumsfeste

06. August 2017

Museumsfest im Drechsler- und Metalldrückermuseum Wendelstein lockte Familien

Lebendige Handwerksgeschichte in und um das Museum

 
Wendelstein - Ideale Wetterbedingungen und Aktivitäten mehrerer alter Handwerke waren heuer die Garanten für den erhofften Erfolg seitens des Heimatvereins Unteres Schwarzachtal Wendelstein als Träger des Drechsler- und Metalldrückermuseums: Knapp 150 Besucher - darunter viele Familien - besuchten das Museum an der Schwabacher Straße und erlebten rund um das Museum lebendige Handwerksgeschichte mit Vorführungen und Mitmachangeboten eines Schmieds, eines Messermachers, eines Zinngießers sowie von einem Holzschnitzer und einer Klöpplerin.
 
Zu den Aktivitäten des vor 17 Jahren eröffneten und vom Heimatverein „Unteres Schwarzachtal“ Wendelstein betreuten Spezialmuseums zur Geschichte des örtlichen Holzdrechsler- und Metalldrückerhandwerks gehört seit mehreren Jahren auch ein Sommerfest am Museumsöffnungstag im August. Als besondere Attraktion bereichern dabei jeweils weitere historische Handwerke mit Vorführungen vor und im Museum im alten Wasserhaus der Gemeinde an der Schwabacher Straße das Museumsfest, während der Heimatverein als Gastgeber für die Verpflegung der Museumsbesucher mit Gegrilltem, Kaffee und Kuchen sowie weiteren Getränken sorgt. 
Knapp 150 Interessierte nutzten dieses Jahr - auch angesichts idealer Wetterverhältnisse - das Sommerfest zu einem Museumsbesuch, zumal im Freigelände vor dem Museum mehrere Handwerker ihre Traditionsberufe zwischen 11 und 17 Uhr zeigten und gern über ihre Arbeit und die Besonderheiten ihres historischen Berufs informierten. Vor dem Museum waren die „Freiluftwerkstätten“ von Rosemarie Giptner, Peter Brunner, Horst Nüßlein, Stefan Steigerwald und Norbert Tuffek immer gut besucht: Schmiedemeister Peter Brunner aus Sperberslohe fertigte auf seiner Feldschmiede für und mit den Kindern kleine Hufeisen als Erinnerungsstücke.
 
Spitzenklöppeln, Zinngießen und Holzdrechseln
Die hohe Kunst, aus einem Stück Holz einmalige Kunstwerke für den kirchlichen und privaten Gebrauch mit Heiligen- und Krippenfiguren oder Tieren zu schaffen, zeigte der Holzschnitzer Norbert Tuffek, während Horst Nüßlein die alte Technik des Zinnfigurengießens präsentierte. An die lange Tradition Wendelsteins als Hochburg der Messerschmiede vom Mittelalter bis um 1800 erinnerte Stefan Steigerwald und informierte über die handwerkliche Messerherstellung, zu der neben dem Schmieden des Messers auch Zusatzarbeiten wie das Schleifen der Messerklinge gehören - und über die es zudem seit kurzem auch im Museum eine Vitrine gibt. 
Im Museum selbst führte Museumsleiter Helmut Thiering in die „Geheimnisse“ der Technik beim Holzdrechseln ein und Museumsmitarbeiter Xaver Schlagbauer informierte als gelernter Metalldrücker die Besucher über dieses im 19.Jahrhundert entstandene Handwerk, wozu auch mehrfach ein Museumsfilm gezeigt wurde. Als weitere „Gasthandwerkerin“ hatte Rosemarie Giptner ihre Klöppelausrüstung mitgebracht und zeigte den Besuchern gern ihre sprichwörtliche feine „Spitzenkunst“, die im Landkreis Roth auch in einem Fachmuseum auf Burg Abenberg zu einer Entdeckungsreise zu dieser über 300jährigen Handwerkskunst einlädt.              (jör) 
 
Das „Drechsler- und Metalldrückermuseum“ des Heimatvereins „Unteres Schwarzachtal“ Wendelstein ist das nächste Mal am Sonntag, 3. September, und für 2017 letztmals am 1.Sonntag im Oktober von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zum Museum auf der Internetseite des Heimatvereins „www.heimatverein-wendelstein.de“.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
"Händisch" wie vor 100 Jahren in Wendelstein üblich, zeigte Museumsleiter Helmut Thiering
den Besuchern beim Museumsfest an den Maschinen einer im Drechsler- und
Metalldrückermuseum wiederaufgebauten und vorführbaren alten Werkstatt, wie aus
einem Holzstück ein gedrechseltes Kunstwerk entsteht.
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Vor dem Museum arbeitete Schmidemeister Peter Brunner an seiner Feldschmiede und
schmiedete hier mit Kindern besondere Erinnerungsstücke in Form kleiner Hufeisen
in sprichwörtlicher "Handarbeit"
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Norbert Tuffek - im Vordergrund - gab Einblicke in die Feinheiten beim Holzschnitzen,
während Rosemarie Giptner -  im Hintergrund - das Spitzenklöppeln vorführte.   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bei Horst Nüßlein gab es die alte Kunst des Zinnfigurengießens zu bewundern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spezialmuseum in Wendelstein erinnert ans Drechsler- und Metalldrückerhandwerk

Das Handwerk lebt im Film und durch Vorführungen weiter

Wendelstein - Drechsler und Metalldrücker in Wendelstein zu finden war vor 50 Jahren kein Problem, heute aber ist das Drechseln eher ein Liebhaberhobby und das klassische Metalldrücken so gut wie ausgestorben. Bereits vor mehr als 15 Jahren hatte deshalb der Heimatverein „Unteres Schwarzachtal“ Wendelstein die Idee, für beide ehemals für den Ort prägende Handwerke ein Fachmuseum einzurichten und seit dem Jahr 2000 ist dieses einzigartige Museum im ehemaligen „Wasserhaus“ der Gemeinde an der Schwabacher Straße untergebracht. Am Sonntag, den 5. August, ist das Museum wieder geöffnet. 

Ob als „Einmann-Werkstatt“ im Hof hinter dem Wohnhaus eingerichtet oder als große Werkstatt mit bis zu 20 Mitarbeitern - bis nach dem 2. Weltkrieg war Wendelstein der Ort mit den meisten Drechslern und Metalldrückern im damaligen Landkreis Schwabach. Viele der Werkstätten und Familienbetriebe wurden zudem schon in dritter oder vierter Generation betrieben und versorgten sowohl die Bevölkerung mit vielen wichtigen Alltagsgegenständen wie auch auf spezielle Anfragen Firmen und Handelsunternehmen mit individuellen Produkten. Ob gedrechselte Tischkegel und Nudelhölzer oder gedrückte Trompetenschalltrichter, die Auswahl der im Wendelsteiner Drechsler- und Metalldrückermuseum gezeigten Produkte ist enorm vielseitig.
Die zunehmende Technisierung in beiden Handwerksberufen, die in den 1950er Jahren noch als eigenständige Ausbildung mit Meister- und Gesellenausbildung unterrichtet wurde, führte jedoch bald zum Aussterben der traditionellen Werkstätten. Das im Jahr 2000 vom Wendelsteiner Heimatverein eingerichtete Drechsler- und Metalldrückermuseum zeigt im früheren „Wasserhaus“ der Gemeinde an der Schwabacher Straße neben den Drechsler- und Metalldrückerprodukten zugleich, wie in den Werkstätten früher gearbeitet wurde: Eine Filmdokumentation stellt mit dem Titel „Der Letzte seines Standes“ die Arbeit in einer Metalldrückerei vor und in einer komplett eingerichteten Drechslerwerkstatt finden an den Öffnungstagen des Museums Vorführungen statt. 
(jör)

Das „Drechsler- und Metalldrückermuseum“ des Heimatvereins „Unteres Schwarzachtal“ Wendelstein ist noch bis zum Herbst jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der nächste Öffnungstermin ist Sonntag, der 5. August. Anfragen zum Museumsbesuch oder für Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind bei Manfred Horndasch als Museumsleiter unter der Telefon-Nr. 09129/9718 möglich. 


Eintauchen in vergangene Arbeitswelten: Eine wiederaufgebaute historische
und „betriebsbereite“ Drechslerwerkstatt, durch Transmissionswellen angetrieben,
gehört zu den wichtigsten Exponaten des Drechsler- und Metalldrückermuseums.


An den Öffnungstagen des Museums erläutert Museumsmitarbeiter Helmut Thiering
gern bei Vorführungen die handwerkliche Technik des Drechselns

Handwerksmuseum in Wendelstein erinnert an Holzdrechsler und Metalldrücker

Deutschlands einziges Fachmuseum über Drechslerkunst

Wendelstein - Heute erinnern nur noch die kleinen Werkstattgebäude im Wendelsteiner Altort und an den Ausfallstraßen sowie kleinindustrielle Fabrikhallen an der Nürnberger Straße an Wendelsteins große Handwerkstradition, als hier im 19. Jahrhundert Holz-drechsler und Metalldrücker dem Ort neben dem Sandsteinabbau zu Wohlstand verhalfen. Die alten Maschinen und Handwerksprodukte können seit 2000 im „Drechsler- und Metalldrückermuseum“ des örtlichen Heimatvereins im ehemaligen Wasserhaus einmal im Monat besichtigt werden, das nächste Mal am Sonntag, den 1. Mai von 14 bis 17 Uhr.

Der Waldreichtum des Nürnberger Reichswald und vor allem auch die Wasserkraft der Schwarzach, die zwischen Nerreth und Neuses mindestens acht Mühlen antrieb, ließen schon im Mittelalter in Wendelstein ein Handwerkszentrum entstehen, das bis ins 18. Jahrhundert von den Messerern bzw. Messerschmieden dominiert wurde und zugleich Zulieferbetrieben wie den Holzdrechslern ein gutes Auskommen bot. Mit dem Niedergang der Messerer zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelang es bald den Drechslereien zum neuen Haupthandwerk des Marktfleckens aufzusteigen.
Nach 1850 konnten sich auch aufgrund technischer Weiterentwicklungen und ähnlicher Arbeitstechniken die Metalldrücker im Ort als zweites Handwerk fest etablieren. Sie pflegten mit den Drechslern eine fruchtbare Zusammenarbeit, da diese bis nach 1900 für die Metalldrücker die Drückformen für Töpfe, Schalen und weitere Produkte lieferten. Die historische wie technische Entwicklung beider Handwerke bis zu ihrem Niedergang ab 1960 zeigt das vor elf Jahren vom Wendelsteiner Heimatverein eröffnete Spezialmuseum mit komplett eingerichteten Werkstätten und einer großen Auswahl ehemaliger Produkte. 

Am Sonntag, den 1. Mai wieder geöffnet
Das „Drechsler- und Metalldrückermuseum“ des Heimatvereins Wendelstein ist im Rahmen seiner monatlichen Öffnungszeiten wieder am kommenden Sonntag, den 1. Mai 2011 von 14 bis 17 Uhr und dann jeweils bis Oktober am ersten Sonntag im Monat geöffnet. Zu finden ist das Museum am Ortsrand Wendelsteins im ehemaligen Wasserhaus an der Schwabacher Straße. Führungen für Gruppen außerhalb der Öffnungszeiten des Museums können zudem unter der Telefon-Nr. 09129/9718 bei Museumsleiter Manfred Horndasch angefragt werden.       (jör) 



Das Drechsler- und Metalldrückermuseum Wendelstein ist deutschlandweit
das einzige Spezialmuseum für diese beiden Handwerke.

Viele Besucher bei der „lebendigen Handwerkerschau“ am Kirchweihwochenende

Die Heimatvereinsschau zu alten Handwerken kam gut an

Wendelstein (JR) - Drechsler Helmut Thiering und Holzbildhauer Norbert Tuffek freuten sich ebenso über die zahlreichen Besucher im Heimathaus wie Zinngießer Horst Nüßlein und Tiffanyglasmacher Willibald Hölldobler und drei Klöpplerinnen, da viele den Bummel über die Wendelsteiner Kärwa auch zu einem Besuch im Heimathaus nutzten, wo sich die Handwerker bei ihrer Arbeit gern über die Schulter schauen ließen.

Klick zum VergrößernKlick zum VergrößernAuf Einladung des Heimatvereins „Unteres Schwarzachtal“ Wendelstein zeigten mehrere hiesige Handwerker während des Kirchweihwochenendes im Heimathaus ihr Können und ließen sich dabei gern von den Ausstellungsbesuchern über die Schulter schauen. Im Erdgeschoß ließ Norbert Tuffek die Holzspäne durch den Raum wirbeln, wenn er und ein Fachkollege an zwei Werkstücken ihre hohe Kunst der Holzbildhauerei vorführten. Ebenfalls mit Holz arbeitete Helmut Thiering, der im Nachbarraum an der Drechselbank dieses für Wendelstein früher prägende Handwerk vorführte und sein breites Spektrum an gedrechselten Werken präsentierte. Im kleinen Hof hinter dem Heimathaus demonstrierte Horst Nüßlein aus Röthenbach St. Wolfgang das traditionelle Zinngießerhandwerk, wobei viele Besucher besonders darüber erstaunt waren, wie viele Schritte notwendig sind vom Erhitzen des Metalls bis zum Entgraten der fertigen Gussform.
Klick zum VergrößernAls spezielle Erinnerung an die Ausstellung goß Nüßlein gern als Beispiel für die anwesenden Kinder eine Zinnfigur und informierte das Publikum, wie diese kleine Zinnfigur und auch größere Exponate entstehen 

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Klöpplerinnen ergänzten ideal mit ihrem Handwerk die alte Einrichtung

Im Obergeschoss informierte der Röthenbacher Glaskünstler Willibald Hölldobler über die Technik des Tiffanyglases und die Entstehung der gleichnamigen Glaslampen, die in der Zeit des Jugendstils zu jeder guten Wohnungseinrichtung gehörten. Die hohe Kunst des Spitzenklöppelns und deren Produktvielfalt zeigten zudem drei Klöpplerinnen aus der Marktgemeinde, die in der historischen Wohnstube des Heimathaus einen idealen Arbeitsplatz hatten. Neben Informationen über die Handwerkstechniken und die Geschichte ihrer Handwerkskunst boten alle Teilnehmer auch ihre Handwerksstücke als Kunsthandwerk zum Verkauf an.

Drechsler- und Metalldrückermuseum“ des Heimatvereins feierte 1.Drechslertag

 

Alte Handwerkstradition bleibt in der Holzkunst lebendig

 

Wendelstein (JR) - Wer trotz Badewetter und der vielen Veranstaltungen am 14. Juli den Weg ins Wendelsteiner Drechslermuseum fand, bekam anlässlich des „1.Drechslertages“ des Museums interessante Einblicke in die lange Tradition des Drechslerhandwerks und in die Vielfalt der aktuellen Drechselkunst mit einer Sonderausstellung von Werkstücken heutiger Drechsler als eindrucksvolle Bereicherung.

 

Museumsleiter Manfred Horndasch und Heimatvereinsvorsitzender Peter Brisch hatten sich angesichts der Premiere mehr Drechsler für ihre Sonderschau erhofft, da 16 Drechsler aus der Region angeschrieben worden waren, freuten sich jedoch über die drei anwesenden Aussteller besonders. Neben Helmut Thiering aus Wendelstein präsentierten Manfred Preiß aus Nürnberg und Fritz Seitzinger aus Abenberg ihre breite Palette an Drechslerprodukten. Diese reichte von klassischen Stücken wie Schüsseln, Schalen und Tellern über Kerzenständer bis hin Möbelarbeiten und einem komplett gedrechselten Kerzenleuchter. Die Helfer von Heimatverein boten den Museumsbesuchern sowohl Informationen über die Geschichte des Drechslerhandwerks und seiner Bedeutung für das Wendelsteiner Handwerk und bis in die Nacht hinein Brotzeiten und Getränke. Genaue Informationen über die Holzarten und Techniken bei ihren Einzelstücken gaben die ausstellenden Drechsler gern bei Nachfragen der Besucher. „Es war unser Ziel, mit diesem Drechslertreffen zu zeigen, dass das Holzdrechseln auch heute als Handwerk lebt und heutigen Drechslern viel Freude an der Arbeit und ihren Produkten macht“ bilanzierte Museumsleiter Manfred Horndasch zum Ausklang der Veranstaltung.